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[RSL] AW: AW: use of art
- Date: Sun, 29 May 2005 20:40:53 +0200
Hallo Ruth
> > Da tauchte für mich zum ersten Mal der Gedanke auf, dass meine
> > sprachliche
> > Ausdrucksfähigkeit nur einen Teil dessen leisten kann, was sonst noch
> > da
> > wäre.
>
> das kenne ich gut, wenn ich an bildern bzw. an bildinstallationen
> arbeite, dann geht der prozess zunächst über denken, sprechen, bezüge
> herstellen, notieren eines gedankens und dann taucht die "bildidee" auf
> und ab da, denke/arbeite ich in bildern. bilder sind komplexer als
> worte. wobei es nicht wichtig ist genau diese bildidee umzusetzen, das
> geht meistens nicht. wichtig ist ein bild zu finden, was diese inneren
> bilder repräsentiert, für mich bedeutet das sogar so exakt wie möglich.
> wenn ich versuche diese inneren bilder in worte zu fassen, so erlebe
> ich die sprache als sehr eng begrenzt. sprache funktioniert für mich
> eher dinge ausschließend, bilder eher einschließend von anderem. die
> frage ist für mich, inwieweit es möglich ist für den betrachter dieses
> komplexe bildgebilde zu fassen.
Wir haben das zu Hause gerade ausprobiert. Rita macht eine Ausbildung für
Kunst- und Gestaltungstherapie und hatte da die Aufgabe, zur Farbe rot
Gedanken aufzuschreiben und dies anschliessend zu malen. Sie hat mich dann
gefragt, was ich sehen würde. Es ist schon spannend, wie das mit einem nicht
gegenständlich gemalten Bild möglich ist. Ich weiss, Rita ist meine Frau und
ich kenne sie schon länger. Trotzdem hat sie Dinge gemalt, über die wir in
dieser Tiefe noch nie gesprochen hatten. Spannenderweise sah ich das auch
so.
> > Spannend an der Kunst ist für
> > mich der Versuch, diesen grossen Teil auszudrücken. Der Prozess. Die
> > Schöpfung. Mir schwebt so etwas vor, wie ein Gespräch der Musik - aber
> > mit
> > wenig Vorgabe. Jazz ist in dem Sinne wohl eine Art, diesem Zustand
> > sehr nahe
> > zu kommen. Wie das mit Malen wäre?
>
> wenn du dir vorstellen kannst, wie maler im gegesatz zu musikern
> arbeiten - ganz zwangsläufig auf grund der unterschiedlichen medien -
> dann kannst du leicht aus den verschiedenen ausgangssituationen, die
> unterschiedlichen aspekte, die den jeweiligen schaffensprozessen zu
> grunde liegen und die jeweils eben auch auch ein teil jenes grossen
> teils sind, finden.
>
> > Da kenne ich mich zu wenig aus.
>
> ach was, das gibt es doch garnicht. gerade die kunst spricht doch das
> individuum an. nur keine angst, das was DU siehst, hörst, erlebst
> sollte genau das das sein, was der künstler und die künstlerinn in dir
> zum klingen bringen wollten. wie gut ihnen das gelingt ist eben die
> frage und macht ein werk gut oder schlecht. man muss keine ahnung von
> kunst haben um über sie sprechen zu können - hier reicht das wollen
> aus.
Das Sprechen darüber ist das eine. Ich spreche aber am liebsten über das,
was ich selber erlebe oder erlebt habe.
Bei der Musik erlebe ich das künstlerische am intensivsten. Es fliesst aus
mir. Vielleicht auch darum, weil ich im Musikunterricht immer nach kurzer
Zeit rausgeworfen wurde.
Beim Malen kommt mir einiges quer aus den anthroposophischen Ausbildungen.
Irgendwie war das immer falsch, was ich aufs Blatt brachte. So typisch für
einen Staatsschüler und dann erst noch ein Mann (Wurde mir so in dieser Art
mitgeteilt).
Beim Plastizieren hatte ich zum Teil Erlebnisse in diese Richtung.
Beim Schreiben ist es noch verrückter. Ich versuche mit Worten Bilder zu
malen. Die Gefahr, falsch verstanden zu werden erscheint mir dabei aber noch
viel grösser, als bei den anderen künstlerischen Richtungen.
Rudolf Steiner hat den LehrerInnen gesagt, aller Unterricht müsse
künstlerisch sein. Vielleicht wäre vieles ganz anders, wenn das ganze Leben
künstlerischer wäre. Die Erweiterung unserer Denkgewohnheiten statt die
Reduktion auf das gemeinsam Überprüfbare und somit Materiell-Rationale.
> > Ich leide darunter, wenn ich mitbekomme, wie technisch -
> > perfekt aber leblos - zum Teil musiziert wird.
>
> das solltest du nicht, hör dir einfach andere musik an.
Ich habe drei kleine Kinder, welche jetzt und in Zukunft in der Schule mit
Musikunterricht beglückt werden. Da ist es schwierig einfach andere Musik zu
hören. Ich will den Kindern die Freude an der Musik auch nicht nehmen, indem
ich meine Mühe mit der Art, wie sie das lernen müssen, auf die Kinder
übertrage.
Mit den besten Wünschen nach einem sonnigen Familientag im Garten
Markus
Markus Notter-Binder - Friedenstrasse 9 - CH-9400 Rorschach
Fon & Fax +41 (0)71 841 74 53 - mailto:markusnotter@arco-iris.ch
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meine Tipps zum Weitersagen:
netzwerk-behinderung
www.arco-iris.ch/netzwerk-behinderung.htm
AG lokale Agenda 21 Rorschach und Umgebung
www.arco-iris.ch/AGlokaleAgenda21.htm
VORCHINDERGARTE RÄGEBOGE
www.arco-iris.ch/raegeboge.htm
arco-iris Beratungen ... mit Menschen zum Ziel
www.arco-iris.ch/beratungen.htm
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Rudolf Steiner Liste
http://www.equisetum.de/rudolf-steiner/
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