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[RSL] Entwicklungshilfe schadet Afrika
- Date: Mon, 04 Jun 2007 17:45:18 +0200
Weil es so gut ist in voller Lã§e:
SPIEGEL ONLINE - 04. Juni 2007, 14:20
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,486464,00.html
G-8-GIPFEL
Warum Afrika kein Geld vom Westen braucht
Von Thilo Thielke, Nairobi
Mehr Geld, mehr Entwicklungshilfe fᅵika fordern Popstars und Schauspieler von den G-8-Staaten. Der afrikanische Intellektuelle Lubega widersetzt sich: Durch diesen Blᅵnn werde die Krise in den Hungerstaaten nur versch㱊t.
Henry Lubega arbeitet als Journalist in Ugandas Hauptstadt Kampala. Von den Plã¥n, die Entwicklungshilfe fᅵika zu erhᅵ, h㫎 er wenig - wie eine steigende Zahl afrikanischer Intellektueller. "Afrikas Problem ist doch nicht der Mangel an Geld", sagt Lubega.
Viele afrikanische Lã€er sind mit Rohstoffen gesegnet, gerade durch den chinesischen Wirtschaftsboom und Hunger nach Rohstoffen sind sie viel eher Profiteure der Globalisierung als deren Opfer. Und deshalb sei es eine "Tragᅵ", dass stã€ig versucht werde, die Hilfszahlungen zu erhᅵ.
Warum diese gutgemeinte Hilfe schade? "Die Regierungen hier lassen es sich auf eine unversch㬎e Art und Weise von den westlichen Steuergeldern gutgehen und unternehmen nahezu nichts, die eigene Wirtschaft zu fᅵrn." Ohne die komme Afrika aber nicht auf die Beine.
Es sei ganz einfach: Wᅵie Finanzhilfe der korrupten afrikanischen Regierungen gestrichen, mᅵ sich die Fᅵnach anderen Einkommensquellen umsehen: Steuern. "Erstens wᅵas die Vetternwirtschaft einschrã«en, denn Geld mᅵdann auch von afrikanischen Wirtschaftsbonzen abgefᅵerden, und die zahlen im Moment fast gar nichts. Und zweitens mᅵdie Regierung die Wirtschaft fᅵrn, denn nur wenn die Wirtschaft brummt, nimmt auch der Staat Geld ein."
Lubegas Theorie klingt simpel und ist einleuchtend. Warum der Westen nicht verstehen will, dass er Afrika langfristig "zu Tode hilft" ist ihm ein Rã³³el. Es habe wohl mit Psychologie zu tun, meint er achselzuckend: "Eure Minister und Schlagersã§er fᅵsich besser, wenn sie sich auf diese Art produzieren kᅵn."
Und Afrika? "Ist ihnen wohl herzlich egal." Es klinge vielleicht paradox - aber manchmal sei eben mehr geholfen, "wenn die ۢerlebenskr㥎e des anderen gest㱫t wᅵ als wenn man ihn mit seiner Philanthropie erdrᅵ
Lubega steht mit seiner Ansicht nicht allein in Afrika. Dass er in Europa gehᅵwird, glaubt er hingegen kaum. "Die wahre Arroganz, der wahre Kolonialismus wird nicht von euren Unternehmern, diesen vermeintlichen Ausbeutern, an den Tag gelegt, sondern von euren Philanthropen. Sie sollten tun, worauf sie spezialisiert sind: Popmusik machen oder Parteipolitik. Afrika ginge es ohne ihre stã€igen Nachstellungen jedenfalls besser."
Ob er der gewachsenen Aufmerksamkeit fᅵika aber nicht auch etwas Positives abgewinnen kᅵ? Ach, das sei die alte Leier, sagt Lubega. Immer heiޥ es, man mᅵie Menschen zwingen, sich mit Afrika zu besch㥎igen. Aber wem sei damit geholfen? Gehe es den Geschundenen Darfurs etwa besser, seit Mia Farrow und George Clooney dort herumschwirrten? Profitiere Uganda von den Besuchen des Kᅵh-Rockers Wolfgang Niedecken?
"Es gab hier Musik lange vor euch Europ〲n." Die deutsche Regierung habe es kᅵh sogar fertig gebracht, der kenianischen viele Millionen Euro zur Korruptionsbek㬰fung zu ᅵisen. Dabei sei die kenianische Regierung erstens eine der korruptesten der Erde. Und zweitens bestehe Korruptionsbek㬰fung doch wohl eher darin, ausnahmsweise einmal kein Geld zu nehmen, das man nicht verdient habe, anstatt sich damit die Taschen voll zu stopfen.
Der Tag in Kampala neigt sich dem Ende zu. Aus Deutschland hᅵman von Krawallen in Rostock. In Uganda wird immer noch der Sieg gegen Berti Vogts' nigerianische Super Eagles gefeiert. Kein guter Tag fᅵwicklungshelfer.
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Rudolf Steiner Liste
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