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Re: [RSL] AW: John Sarno/Vorurteil



Lieber Christoph,

erstmal: herzlichen Glückwunsch zum Magister!

At 23:44 02.07.2007, you wrote:
"Sehr gute Magisterarbeit, aber mit Ihrer Biographie promovieren? Keine Chance. Sie sind zu spät!" (er wollte nicht sagen, dass ich mit über 30 "zu alt" bin)

???
Was, um Himmelswillen, hast du denn studiert?
Ich kannte bislang kein Fach, in dem es für Promotionen eine Altersgrenze gibt ... ;-).



Nach dem Gespräch hatte ich das Gefühl, meine Biographie sei ein Makel, den ich auch nicht durch Leistung kompensieren könne. Entsprechend groß war das Bedürfnis nach einem "sich-Herauskatapultieren".

Mir ist dabei klar, dass es sich hier ebenfalls um eine dieser "strukturellen Diagnosen" handelt, derweil ist der Weg "hin zu der Befreundung mit einer Sichtweise, in der es zumindest möglich scheint, selbst ganz unmittelbar Einfluss auf meine Wirklichkeit zu nehmen" nicht immer ganz so einfach begehbar, finde ick.

Ich würde eher sagen: er ist ZU einfach. Er ist so grottenverdammtdebileinfach, dass man ihn einfach meistens nicht sieht. (Achtung, Barbara!) Eine schöne Übung in solchen Situationen ist folgende: Leg' dich abends in dein Bettchen und während du noch hin- und herüberlegst: promovieren oder nicht, beginne dir vorzustellen, dass du jetzt gleich sterben wirst. Noch einfacher: halte das Hamsterrad einen Augenblick an, indem du dich fragst, was du jetzt gerade, in diesem Moment, für ein Problem hast - nicht gestern, nicht morgen, nicht in zehn Jahren, sondern genau jetzt. Und - wie gesagt - es geht nicht um einen Dauerzustand des Verlassens der eigenen Biographie - man muss nicht, wie Tolle, zwei Jahre auf Parkbänken sitzen -, sondern eher um eine Art Kurzurlaub ins Sein, bzw. in die "Lichtung des Seyns" ;-).

Herzlich,
Felix



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