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Re: [RSL] AW: John Sarno/Vorurteil
- Date: Tue, 03 Jul 2007 01:15:09 +0200
Lieber Christoph,
erstmal: herzlichen Glückwunsch zum Magister!
At 23:44 02.07.2007, you wrote:
"Sehr gute Magisterarbeit, aber mit Ihrer
Biographie promovieren? Keine Chance. Sie sind
zu spät!" (er wollte nicht sagen, dass ich mit über 30 "zu alt" bin)
???
Was, um Himmelswillen, hast du denn studiert?
Ich kannte bislang kein Fach, in dem es für
Promotionen eine Altersgrenze gibt ... ;-).
Nach dem Gespräch hatte ich das Gefühl, meine
Biographie sei ein Makel, den ich auch nicht
durch Leistung kompensieren könne. Entsprechend
groß war das Bedürfnis nach einem "sich-Herauskatapultieren".
Mir ist dabei klar, dass es sich hier ebenfalls
um eine dieser "strukturellen Diagnosen"
handelt, derweil ist der Weg "hin zu der
Befreundung mit einer Sichtweise, in der es
zumindest möglich scheint, selbst ganz
unmittelbar Einfluss auf meine Wirklichkeit zu
nehmen" nicht immer ganz so einfach begehbar, finde ick.
Ich würde eher sagen: er ist ZU einfach. Er ist
so grottenverdammtdebileinfach, dass man ihn einfach meistens nicht sieht.
(Achtung, Barbara!) Eine schöne Übung in solchen
Situationen ist folgende: Leg' dich abends in
dein Bettchen und während du noch hin- und
herüberlegst: promovieren oder nicht, beginne dir
vorzustellen, dass du jetzt gleich sterben wirst.
Noch einfacher: halte das Hamsterrad einen
Augenblick an, indem du dich fragst, was du jetzt
gerade, in diesem Moment, für ein Problem hast -
nicht gestern, nicht morgen, nicht in zehn Jahren, sondern genau jetzt.
Und - wie gesagt - es geht nicht um einen
Dauerzustand des Verlassens der eigenen
Biographie - man muss nicht, wie Tolle, zwei
Jahre auf Parkbänken sitzen -, sondern eher um
eine Art Kurzurlaub ins Sein, bzw. in die "Lichtung des Seyns" ;-).
Herzlich,
Felix
--
Rudolf Steiner Liste
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