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Re: [RSL] AW: AW: Re: AW: Re: Hatte Rudi doch Recht? Thema Hausaufgaben...
- Date: Tue, 05 Feb 2008 14:48:09 +0100
So viel zum Thema Dressur.
LGC
Am 05.02.2008, 14:31 Uhr, schrieb <KeSchade@gmx.de>:
> Liebe Magdalena,
>
> wenn ich ein neues Thema angehe, besonders eines das interessiert, muss ich meist komplett bei null anfangen und mich dann bis zum vollständigen Gedanken durcharbeiten, daher setze ich meist an den Anfang eine eher allgemeine "Stoffsammlung".
>
> Wie Lernen an sich konkret aussehe kann, haben Sie ja schön beschrieben, vielen Dank! Im Großen und Ganzen stimme ich mit Ihren Beobachtungen überein, denn man muss auch bei selbständig lernenden Schülern genau sehen, ob diese klarkommen. Ich glaube ein ganz einfacher Trick ist, eine Bestätigung abzugeben, wenn ein Schüler etwas richtig gemacht hat, dann wiederholt sich dieses richtige Verhalten vielleicht auf Dauer. Ansonsten ist schwer abzuschätzen, was richtiges, unbestätigtes Verhalten und was schlichtweg falsch ist. Dieses Nichtwissen kompensieren fleißige Schüler dann mit Mehrarbeit. Aber Energie sollte sinnvoll eingesetzt sein. Außerdem setzt man so etwas in Bewegung, wenn man sich über das Lernen an sich unterhalten kann.
>
> Kerstin Schade
>
>
> -------- Original-Nachricht --------
>> Datum: Mon, 04 Feb 2008 18:39:29 +0100
>> Von: Magdalena Zoeppritz <magdalena.zoeppritz@rhein-neckar.de>
>> An: "Rudolf Steiner Liste" <rudolf-steiner@equisetum.de>
>> Betreff: Re: [RSL] AW: AW: Re: AW: Re: Hatte Rudi doch Recht? Thema Hausaufgaben...
>
>> Lieber Christoph,
>> Ja, in der Oberstufe. Doch ich meinte eher umgekehrt, die Schüler waren
>> nicht sicher, ob sie genug lernten, und einige haben deshalb Unmengen
>> extra gemacht, nicht aus Interesse, sondern, um vermutete Defizite
>> auszugleichen (Vokabeln lernen statt Bücher lesen, lehrt Wörter, aber
>> meist nicht deren Gebrauch). Schüler fanden das neue Lehrbuch für die
>> Oberstufe toll, weil sie es nicht verstanden (das Lehrbuch lehrte
>> Terminologie und nicht Sprache, die Mittelstufengrammatik war viel
>> besser gewesen, sachlich und didaktisch, aber da verständlich konnte sie
>> nicht gut sein).
>>
>> Allerdings gab es auch einen realen Kern: ein paar LehrerInnen hatten
>> wenig Ahnung und fanden Details nicht so wichtig und andere hatten nicht
>> die Traute oder nicht den Durchblick um zu sagen: die Details sind
>> unterschiedlich wichtig, man muss unterscheiden lernen (Prise Salz in
>> der Suppe gegenüber Medikamentendosierung). Wenn der Englischlehrer
>> akzentfrei spricht bringt das zwar mehr als wenn er mit deutschem Akzent
>> die Grammatik runterbeten kann, aber zum Runterbeten ist die Grammatik
>> eben auch nicht da, sondern um sich im Zweifelsfall vergewissern zu
>> können. Wörterbücher und Bibliotheken kann und _muss_ man benutzen
>> lernen, usw. usw. Da war ich mit den Lehrbüchern auch dabei: nicht genug
>> Durchblick, um den Schülern plausibel zu machen, wieso sie die
>> Terminologie im Lehrbuch nicht für die Sprache sondern für die
>> Gesellschaft (in Form der abiturabnehmenden Lehrer oder interviewenden
>> Stipendienverteiler oder so) brauchten, dh wozu Fachvokabular generell
>> gut ist.
>> --- Magdalena
>>
>> Christoph Kühn schrieb:
>> > Liebe Magdalena!
>> >
>> >> Der Druck ging zu meiner Zeit von den Schülern aus, die das Gefühl
>> >> hatten, nicht genug oder genau genug zu lernen, was manchmal unnötige
>> >> und unsinnige Verrenkungen produzierte.
>> >
>> > Ja, das habe ich auch erlebt, aber erst in der Oberstufe. Da gab es ein,
>> zwei Kandidaten, die solche Klassenkameraden, die nicht die
>> 15-Punkte-Brille auf der Nase hatten, nicht mehr für voll genommen haben.
>> >
>> > LGC
>> >
>> >
>> >>>> Sie kriechen aber ihrem eigenen Ehrgeiz in den Hintern, weil sie die
>> >>>> gleichen (Leistungs)-Ziele erreichen wollen wie die
>> >>>> Staatsschule, (die sich
>> >>>> übrigens von der Waldorfschule stillschweigend immer mehr
>> >>>> abkupfert, wie z.B
>> >>>> Epochenunterricht) und beweisen wollen, dass sie sogar besser sind!
>> >>> Die finanzielle Abhängigkeit verstärkt das aber. Du hast aber
>> vielleicht recht, mittlerweile ist das womöglich gar nicht mehr der Hauptgrund
>> sondern Waldorfs (und liebe unschuldige Lehrer: da gehören die Eltern
>> einfach dazu) WOLLEN diese Leistungsorientiertheit und die angepasste
>> Stromlinienform. Man sollte das der Ehrlichkeit halber dann aber auch nach außen
>> kommunizieren: das Ziel der Waldorfschulen ist das Abitur. Waldorfschulen
>> trennen die Schüler nach Leistung. Waldorfschulen setzen auf Leistungsdruck.
>> Im Zentrum steht Wissensvermittlung und nicht die Entfaltung der
>> Persönlichkeit. Waldorfschulen orientieren ihren Lehrplan an den Normen des
>> gesellschaftlichen Mainstreams etc... Das sollte dann in den Image-Broschüren
>> stehen. Nicht das heuchlerische Gefasel von musischen Fächern und individueller
>> Ansprache etc.
>> >>>
>> >>>> Der Klassenbetreuer hat obiges bedauernd bestätigt.
>> >>> Ja, alle bedauern es und niemand ist schuld daran. Aber es tut
>> offenbar auch niemand was dagegen. Ich kenne allerdings auch Fälle, wo der Druck
>> von den Lehrern ausging und keineswegs von den Eltern.
>> >>>
>> >>> Viele Grüße,
>> >>> Christian
>> >>>
>> >>>
>> >
>> >
>> >
>> >
>>
>> --
>> magdalena.zoeppritz@rhein-neckar.de
>> Friedrich-Ebert-Str. 5
>> DE-69221 Dossenheim
>> T/F: 6221-860146
>>
>>
>>
>>
>> --
>>
>> Rudolf Steiner Liste
>> http://www.equisetum.de/rudolf-steiner/
>
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Rudolf Steiner Liste
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