Ich meine damit die Fähigkeit, zu erkennen, welche konkreten Wirkungen
eine Handlung hinterlässt. Nicht nur rein physisch, sondern
insbesondere auch auf psychischer und sozialer Ebene bei meinen
Mitmenschen. Und welche Folgen die Handlung für mich selbst hat, wie
ich mich selbst durch diese Handlung verändere und in welche Lage ich
mich damit bringe. Physisch, psychisch und sozial. Das ist etwas, was
man lernen muss, an konkretem Umgang mit der sinnlichen Welt, im
gemeinsamen Spielen, in prototypischen sozialen Strukturen, sei es in
der Schule als solcher oder in konkreten gemeinschaftlichen
Tätigkeiten
wie Musizieren, Sport oder Theaterspielen und dergleichen. All diese
Dinge, die man oft für überflüssige Schülerbelustigung hält. Im
Matheunterricht lernt man das am allerwenigsten (nichts gegen Mathe,
das braucht man auch...). Am wichtigsten scheint mir da aber wirklich
das freie aber phantasiereiche Spielen mit anderen Kindern zu sein, wo
sich all diese Probleme prototypisch ergeben und geübt werden können.
Da lernt man u.U. mal, wie Ausgrenzung funktioniert, welche Nachteile
ich davon habe, wenn ich Regeln übertrete etc. Und zwar so, dass ich
es
reflektieren kann, weil beim Abendessen alles vorbei ist und die im
Spiel hergestellte prototypische Situation aufgelöst ist. D.h. ich
werde nicht existenziell dadurch betroffen und verfalle dadurch nicht
so leicht in einen Teufelskreis aus Trotz und Ausgrenzung etc... Ich
kann aus meiner konkreten Situation heraus sagen, dass eben diese Form
des Spieles eine sehr sehr wenig verbreitete und von unserer
Gesellschaft so gut wie überhaupt nicht geförderte ist. Schon die
Kinder im Alter meines Sohnes (5) haben allenfalls am Wochenende Zeit,
miteinander zu spielen. Und mein Sohn wächst sozusagen noch in einer
dahingehend exponierten sozialen Umgebung auf. Wenn ich zwei Straßen
weiter gehe in den sog. sozialen Brennpunkt, dann muss man froh sein,
wenn sich die Kinder auf den nahegelegenen Spielplatz verirren und
dort
wenigstens mal Schaukeln oder Rutschbahn fahren.